17Nov
By: steher2133 An: 17. November 2016 In: Artikel Comments: 0

ARTIKEL

Für Praktikant und Arbeitgeber

Für jeden angehenden Designer und jedes wachsende Designbüro heißt es früher oder später Praktikumszeit!

Und diese können sich qualitativ ganz stark voneinander abweichen, denn viele Büros wissen oft nicht genau wie man einen Praktikanten betreut, bzw. weiß auch der Praktikant oft nicht genau wie er sich zu verhalten hat. Klar ist allerdings eines…für beide kann es eine erfolgreiche Zusammenarbeit werden, wenn man auf ein paar Kleinigkeiten achtet. Folgend sind 5 Tipps zum Thema Praktikum – für Praktikanten und Arbeitgeber.

1. Lerne so viel du kannst

Für Praktikant

Du wirst in deiner Karriere wahrscheinlich nie wieder so schnell Fortschritte, in so kurzer Zeit machen, wie in deinem ersten Praktikum UND du wirst wahrscheinlich auch nie wieder so einfach tonnenweise Fragen zum Thema Design-, und Business Entwicklung stellen können.
Frag dich selbst was du gerne während des Praktikums lernen möchtest und kommuniziere das mit deinen Vorgesetzten und Kollegen. Denn wenn du erst mal fertig bist mit dem Studium, erwartet die Industrie von dir, dass du alles kannst was sie von dir verlangt.

Für Arbeitgeber

Jeder neue Praktikant bringt völlig einzigartige Perspektiven und Qualitäten mit sich. Dies bringt stets neuen Wind in den Alltag, erweitert den Horizont und macht es möglich näher an der neuen Generation von Designern zu bleiben, die künftig über das Business entscheiden wird. Finde heraus was sie wissen und was sie leisten können – du wirst es vielleicht eines Tages brauchen + es gibt keinen besseren künftigen Mitarbeiter als den, den man bereits intensiv kennengelernt hat.

2. Ein Praktikant ist ein Designer

Für Praktikant

Die meisten Praktikanten machen es einem einfach, sie wie einen echten Praktikanten zu behandeln. D.h. wenn du dich schüchtern und unerfahren verhältst, fangen die Leute an deine Arbeit als zu schüchtern und unerfahren wahrzunehmen. Somit erhältst du wohl möglich weniger wichtige Aufgaben oder deine Arbeit wird gar als unbefriedigend abgestempelt. Sei selbstbewusst und habe keine Furcht davor deine Meinung zu teilen oder über die Arbeit deiner Kollegen zu diskutieren. Denn eine selbstbewusste Person, die versteht sich gekonnt einzubringen, erhält mehr Vertrauen und somit auch interessantere Aufgaben. Aber Achtung: Sei nicht Vorschnell/ Vorlaut… das wird nie gerne gesehen. Immerhin bist du dort um zu lernen.

Für Arbeitgeber

Praktikanten sind stets sehr enthusiastisch bei Beginn ihres ersten Jobs. Doch selbst wenn sie schon sehr fortgeschritten erscheinen, erfahren sie während ihres Praktikums wie viel mehr es noch zu lernen gibt, das weit über das Studium hinaus geht. Also sollte man ihnen echte Aufgaben innerhalb echter Projekte geben und wenn nötig, auch etwas Zeit investieren ihre Software-Skills zu erweitern. Denn ein „zufriedener“ Praktikant leistet nicht nur bessere Arbeit, er bringt auch zukünftig neue Praktikanten ins Haus. Ein einziger unzufriedener Praktikant kann reichen, dass sich nie wieder ein Student aus dessen Universität bewirbt + es gibt keinen besseren zukünftigen Mitarbeiter als den, den man selbst unterrichtet hat.

3. Zahle und werde bezahlt

Für Praktikant

Manchmal erfordert eine gute Praktikumsstelle einen besonderen finanziellen Aufwand für den Praktikanten. Evtl. muss man vorübergehend in eine andere Stadt ziehen oder extra Kosten für öffentliche Transportmittel oder Sprachkurse auf sich nehmen. Diese Notwendigkeiten sollte man als vorübergehende Investition sehen, die sich später um ein Vielfaches auszahlen wird. Weise deinen Arbeitgeber auf diesen Umstand hin. Es wird dir bei den Gehaltsverhandlungen helfen.
Trete nie ein unbezahltes Praktikum an – du arbeitest, du wirst bezahlt, ende!

Für Arbeitgeber

Praktikanten müssen anständig bezahlt werden, da sich viele ohne Bezahlung ein Leben in einer neuen Umgebung überhaupt nicht leisten können. Auf gewisse Art und Weise verursacht jeder Praktikant Kosten, das ist wahr. Aber wenn man diese, sich immer wiederholende Zeitspanne gut vorausplant, ist es möglich diese Kosten auf ein Minimum zu schrumpfen. Teile den Praktikanten vorab mit, wie sie sich evtl. vorbereiten können, welche Software sie sich ansehen sollten und unterstütze sie evtl. bei der Wohnungssuche um gerade den Einstieg zu erleichtern. Wenn man selbst einen Praktikanten nicht richtig bezahlt, wird es künftig ein Anderer tun und somit auch mehr Bewerber mit höherer Qualität haben + es gibt keinen besseren zukünftigen Mitarbeiter als den, der weiß das er fair bezahlt werden wird.

4. Feedback

Für Praktikant

Frage nach Beendigung eines großen Projekts oder am Ende des Praktikums nach einem ausführlichem Feedback. Aber frage nicht nur deinen Boss, sondern auch Vorgesetzte und andere Kollegen was sie von dir und deiner Arbeit halten. Wenn du etwas gut kannst, solltest du das erfahren. Solltest du etwas wirklich nicht gut gemacht haben, solltest du das sogar unbedingt erfahren. Das Wertvollste was du aus einem Praktikum ziehen kannst, ist nicht unbedingt die Anzahl der Projekte oder die eigentliche Arbeitserfahrung, sonder viel mehr das Wissen über deinen Fortschritt. Wenn du verstehst wie du dich verbessert hast, kannst du herausfinden, wie du künftig noch besser werden kannst.

Für Arbeitgeber

Es ist wichtig am Ende des Praktikums zu erfahren was der Praktikant über seine Zeit denkt. Am besten findet man heraus was der Praktikant am Anfang vom Büro hielt und wie er es am Schluss wahrnimmt. Denn dies wird sich unterscheiden. Verbesserungsvorschläge sind immer gut. Manchmal denkt nämlich ein Praktikant ziemlich genau so, wie dessen fest angestellten Kollegen + es gibt keinen besseren zukünftigen Mitarbeiter als den, der es wagt einem die Wahrheit zu sagen.

5. Nicht zu viele Praktika

Für Praktikant

Ja, Praktika sind wichtig und sie zeigen dir sehr gut wie alles funktioniert. Aber selbst wenn du stets gute Arbeit geleistet hast und deine Vorgesetzten auch immer mit dir zufrieden waren, schlägt ein Praktikum keines Wegs „echte“ Arbeitserfahrung. Es gibt einen bestimmten Moment in dem man für sich und seine Karriere entscheiden sollte keine Praktika mehr zu machen. Evtl. weil man bereits älter als viele Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt ist, weil der Abschluss bereits zu weit zurück liegt oder man einfach schon so viele Praktika gemacht hat, dass sich auch Arbeitgeber fragen, warum es ein weiteres geben muss.
Denn Praktika gibt es nur, weil sie günstige Lösungen zum lernen, unterrichten und arbeiten ermöglichen. Daher ist es kein echter Vergleich mit vollwertiger Arbeitserfahrung. Also achte darauf, das du am Ende eines Praktikums alles erfahren hast, das dir im Anschluss hilft ein voll ausgebildeter Designer zu sein.

Für Arbeitgeber

Bevor man einen weiteren Praktikanten einstellt, sollte man sich die Frage stellen, ob dieser wirklich noch auf einem Praktikanten-Level ist. Denn es ist auf vielen Ebenen falsch, jemanden wie einen Praktikanten zu bezahlen, wenn diese Person eigentlich mehr verdient. Außerdem, erschafft dies ein Image, das man nur schwer wieder los wird. Angestellte, Kunden oder auch Konkurrenten erinnern sich stets daran wie angestellte behandelt werden und teilen dies evtl. sogar mit anderen + es gibt keinen schlechteren zukünftigen Mitarbeiter als den, der denkt das er wo anders besser dran wäre.

Ich hoffe die Tipps helfen euch weiter. Welche Erfahrugnen habt ihr in Sachen Praktikum gemacht?
Bleibt unermüdlich,

Stefan Hermann

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